Die häufigsten Fehler bei der Verarbeitung von TEC7

20.07.2019 17:24

Die häufigsten Fehler bei der Verarbeitung von raumfüllenden MS-Polymer-Klebstoffen, SMP-Klebstoffen wie TEC7, TRANS7, FLEX7, X-TACK.

Anmerkung: Zu dieser Art von Klebstoffen könnten auch Polyurethan-Klebstoffe gehören, die allerdings fast immer ein Primer-System zur Untergrundvorbehandlung benötigen.

MS-Polymer-Klebstoffe wie TEC7 kommen in der Regel ohne Primer aus!

Silikon-, Acryl-, Polysulfid-Dichtstoffe werden aufgrund Ihrer geringeren mechanischen Festigkeit meist ehr zum Abdichten von Fugen, Rissen, Spalten eingesetzt und sind als Klebstoffe weniger geeignet.

Zulassungen für TEC7

Es gibt eine Reihe von Zulassungen für TEC7: Von CE DIN EN 15651 über ISEGA-Lebensmittelzulassung, DNVGL (ehemals „Germanischer Lloyd“) bis EC1-Plus, Eurofins etc.

Aus der Praxis betrachtet, machen solche Zulassungen meiner Meinung nur begrenzt Sinn, weil 90 % aller Klebeprobleme nicht durch den Klebstoff an sich herrühren, (welcher unter Laborbedingungen entsprechenden Tests unterzogen wurde) sondern durch Fehler in der praktischen Anwendung!

Die meist begangenen Anwendungsfehler, die zum Ausfall einer Verklebung mit MS-Polymer-Klebstoffen wie TEC7 führen, sind:

  • Es wird versucht einen „problematischer Kunststoff“, also ein unpolarer oder niedrigpolarer Kunststoff wie PE, PP, POM, PTFE, zu verkleben. Dieses kann eingeschränkt, mittels spezieller Vorbehandlung, möglich gemacht werden. Bitte fragen Sie an!
     
  • Die Kontaktflächen sind an sich nicht tragfähig oder instabil. Die Oberfläche ist durch Rost, Oxid, Staub, Fett nicht haftfähig. Instabile Oberflächen können z.B. durch EPOFIX-2K-PRIMER stabilisiert werden
     
  • Die Kontaktflächen nicht ausreichend oder falsch (z.B. mit Bremsenreiniger) vorgereinigt.
    Bitte benutzen Sie den Systemreiniger TEC7-CLEANER oder Isopropylalkohol
     
  • Die Ablüftzeit ist vor dem Klebstoffauftrag zu kurz. Die Lösemittel sind noch nicht verflogen.
    Bitte lassen Sie mindestens 5 Minuten nach der Reinigung mit Lösemitteln Zeit zur vollständigen Verdunstung.
     
  • Es wurde keine ausreichend dicke Klebefuge hergestellt. TEC7 ist ein Raumklebstoff und benötigt 2-3 mm Klebfugendicke, auch um thermische Längenausdehung ausgleichen zu können. Bitte pressen Sie die Fügeteile nie „auf Null“ aneinander, wie z.B. bei Leim oder Kontaktklebstoff. Bitte verwenden Sie ggf. Abstandshalter um 2-3 mm Klebfugendicke zu halten.
     
  • Zu spätes Fügen nach Klebstoffauftrag. Die Hautbildung hat bereits eingesetzt.
    Die Klebstoffoberfläche hat mit der Polymerisation begonnen. Teile des Klebstoffs können keine Adhäsionsverbindung mehr zu dem Fügeteil aufbauen. Die Haftfähigkeit ist eingeschränkt. Bitte fügen Sie deutlich vor der Hautbildezeit bei TEC7 von 5-8 Minuten.
     
  • Die Klebeteile werden zu früh belastet. Die Durchhärtegeschwindigkeit von TEC7 beträgt
    binnen 24 Stunden = 6 mm, 48h = 7 mm, 72h = 8 mm.
     
  • Die Klebschicht härtet nicht durch. MS-Polymerklebstoffe härten durch Luftfeuchtigkeit.
    Werden nichtdurchlässige Materialen (Alu, Stahl, Glas etc.) in großen Flächen verklebt,kann ggf. keine Feuchtigkeit mehr zum Kern vordringen. Bitte lassen Sie entsprechende „Kanäle“ zur Luft-Feuchtigkeitszirkulation frei von Klebstoff.

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