Kontakt-Klebstoffe

Kontakt-Klebstoffe zeichnen sich durch ihre hohe Anfangsfestigkeit nach dem Fügen, unter möglichst hohem Druck, aus.

Kontakt-Klebstoffe sind spezielle "lösemittelhaltige Klebstoffe", die aus Thermoplasten oder quellfähigen Elastomeren bestehen, die in einem Lösemittel gelöst sind.

Im Gegensatz zum "Naßverfahren" muss im "Kontaktverfahren" ein Großeil des Lösemittels vor dem Fügen verdunsten. Es wird also mit einem "trockenem Klebstofffilm geklebt.

Der große Vorteil von Verklebungen mit Kontaktklebstoffen ist, dass die Verbindung sofort nach dem Fügen "handfest" ist und messbare Kräfte übertragen kann. Die Endfestigkeit wird erst nach vollständiger Verdunstung des Lösemittels durch Diffusion erreicht. Dieses kann mehrere Tage dauern.

Grundsätzliche Verarbeitung von Kontaktklebstoffen:

Man trägt den Klebstoff auf beide Fügepartner auf und lässt das Lösemittel verdunsten (trocknen). Die Mindesttrockenzeit beschreibt hier die Zeitspanne, nach deren Ablauf der aufgetragene Klebstoff beim Berühren mit der Fingerkuppe scheinbar trocken ist, also keine Fäden mehr zieht. Dann fügt man unter möglichst hohem Druck - erst jetzt wird der Kontakt zwischen den Fügepartnern hergestellt. Die Datenblätter geben Auskunft über die Kontaktklebzeit, d. h. über den Zeitraum, der ohne Einbußen bei der Endfestigkeit der Klebung verstreichen kann, bevor gefügt werden muss. Die Offene Wartezeit wiederum ist die Zeit, die angibt, wie groß die Zeitspanne zwischen Klebstoffauftrag und Fügen sein darf. Sie umfasst die Mindesttrockenzeit und die Kontaktklebzeit.

Beim Fügen entscheidet nicht die Anpressdauer, sondern der Anpressdruck über die Festigkeit der Klebung. Kontaktklebstoffe sind zwar in der Regel sofort handfest, mit ihnen können allerdings keine besonders hohen Zugscherfestigkeiten erreicht werden. Sie verfügen über eine hohe Flexibilität, sind jedoch nur bedingt warm­formbeständig und reagieren empfindlich auf Lösemittel bzw. auf Wasser. Darüber hinaus neigen sie unter Belastung zum Kriechen.